— ZANT.AT — Buchrezension: Unofficial Atari: a Visual History

Text: Daniel Zant

Sie sind auf der Suche nach einem leicht bekömmlichen, hübsch aufgemachten, informativen Schmöker über die 8-Bit-Computer von Atari? Unofficial Atari: a Visual History könnte Ihr Interesse wecken!

Des Buch ist geballte, knapp 1,2 Kilogramm schwere und 420 Seiten starke 8-Bit-Atari-Pixelkost von der schönsten Seite. Das Cover mit dem aufdringlich-unaufdringlichen Regenbogen-Logo und dem Atari-Schriftzug, der einem Laserdisc-Intro entstammen könnte, strahlt einen gewissen 80er-Jahre-Charme aus, der wohl die meisten Technik- und Ästhetikfetischisten jener Zeit ansprechen wird.

Im Inneren des Buches geht es entsprechend weiter: Pixelportraits reihen sich an Konzeptskizzen und Produktfotos zahlreicher beiger Gehäuse. Und dann ist da noch das Herzstück des Buches: Weit über 150 Spiele – von A wie A.E. bis Z wie Zorro – werden jeweils auf Doppelseiten vorgestellt, meist mit einem farblich passenden Hintergrund. Diese sind immer gleich gehalten: Ein Cover-Artwork findet sich auf der linken Seite, gefolgt von einem Screenshot inklusive einer kurzen Beschreibung des jeweiligen Titels auf der rechten Seite, welche den Inhalt zwar eher oberflächlich abfrühstückt, allerdings dadurch kurzweilig und auf das Wesentliche reduziert ist. Verziert wird die rechte Seite außerdem mit Figuren, Raumschiffen und anderen Objekten aus dem jeweiligen Spiel, um dem Ganzen den richtigen Pixel-Pepp zu geben. Das Layout dieser Doppelseiten kann man daher als gelungen bezeichnen.

Zwischen den Spielvorstellungen gibt es zur Auflockerung immer wieder Interviews, Anekdoten und sonstige Informationen, die wohlwollend als Störer zwischen den einzelnen Spiele-Doppelseiten den Informationsgehalt des Bandes aufwerten. Hier wird mit dem übrigen Layout zwar nicht gänzlich gebrochen, allerdings sieht man einen deutlichen Unter[1]schied im Vergleich zum Rest des Buches. An diesen Stellen hat sich Autor und Designer Darren Doyle manches Mal im Farbtopf vergriffen, denn wenn ein dunkler Purpurton auf einen schwarzen Hintergrund trifft, haben selbst die besten Augen zu kämpfen.

Das übrige Layout wirkt zum Teil außerdem etwas wirr. Trotz alledem ist das Buch recht angenehm zu lesen und die Zeit vergeht dabei wie im Fluge – entsprechend zufrieden lässt es den Leser zurück und umso gespannter sind wir auf das nächste Buch aus dem Hause Greyfox Books. Ein Blick auf die Internetseite des Publishers lohnt sich aber auch wegen des weiteren Atari-Lesestoffs, der dort angeboten wird – und zu diesem kann man als Fan genauso wenig „nein“ sagen wie zu Unofficial Atari: a Visual History. -dz

UNOFFICIAL ATARI: A VISUAL HISTORY

Erschienen: 2019
Verlag: Greyfox Books
Bezugsquelle: greyfoxbooks.com
Buch: 420 Seiten, 29,90 Euro
ISBN: 9781527243392

DER AUTOR

Der in Dublin (Irland) lebende Darren Doyle, Jahrgang 1971, spielt seit dem zarten Alter von acht Jahren leidenschaftlich Videospiele. Vor dem via Kickstarter finanzierten Atari: a Visual History vertrieb er bereits die digitalen Zeitschriften Atari Gamer Magazine und ST Gamer Magazine und sammelte als Lead Graphic Designer bei einer handvoll weiterer Projekte viel Erfahrung. Zur Zeit ist er die treibende Kraft hinter Greyfox Books und arbeitet eng mit dem Retro-Gaming-Software-Distributor BitmapSoft zusammen; ihr gemeinsames Ziel ist es, New-Old-Titel für Heimcomputer in physischer Form – wie in den guten alten Zeiten – zu veröffentlichen.

DER VERLAG

Greyfox Books wurde vom Grafikdesigner Darren Doyle mit dem Ziel gegründet, qualitativ hochwertige Magazine und Bücher zu erstellen, die das goldene Zeitalter der Retro-Videospiele noch einmal erleben machen. Dem Erstlingswerk Unofficial Atari: a Visual History soll möglichst bald Coin-Op: Arcade Guide folgen, welches dieses Jahr im Juli/August via Crowdfunding finanziert werden soll. Darüber hinaus hat Darren Doyle noch viele weitere Ideen, die er hoffentlich bald wird präsentieren können.

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